Schärfentiefe und hyperfokale Distanz

 

Die Schärfentiefe ist eines der wesentlichsten Elemente bei der Bildgestaltung.

Es gibt dabei folgende 3 Möglichkeiten:

 

1., Schärfe vorne  - freistellen vorne

2., Schärfe mittig  - freistellen mittig

3., Schärfe hinten - freistellen hinten

 

 

Veränderung der Schärfentiefe

Der Bereich der Schärfentiefe wird durch folgende Faktoren vergrößert:

     Blendenöffnung verkleinern       à Blendenzahl 16 und höher

     Brennweite verkleinern              -> Weitwinkel und kürzer

     Distanz zum Objekt vergrößern -> „zurückgehen“

     Kleinerer Sensor                        -> Handyeffekt

 

Nachstehende Systemskizze soll dieses nochmals verdeutlichen

 

 

Lage der Schärfentiefe

Der Bereich, den das menschliche Auge als scharf empfindet, wird durch die Auflösung bestimmt. Ein Kreis, der Streuungskreis c, der kleiner als 0,03mm ist, wird als scharf, Kreise, die größer sind, als unscharf empfunden.

Objektive sind so gebaut, dass 1/3 des scharfen Bereiches vor dem fokusierten Objekt liegt und 2/3 dahinter.

 

 

Hyperfokale Distanz

Wenn die o.g. 2/3 gerade im Unendlichen enden hat man den größtmöglichen Schärfebereich.

Der Punkt, der dazu anvisiert werden muss oder in der manuellen Scharfstellung eingestellt werden muss, liegt in der s.g. hyperfokalen Distanz.

Stellt man die Entfernung auf diesen Punkt ein, hat man also zum einen die Schärfe bis zu Unendlichkeit und zum anderen den größten Schärfebereich.

 

 

Quelle: Canonbibel;         Unendlich - 2/3 - Hyperf. Distanz - 1/3= gesamter Schärfebereich

 

 

Kontrolle der Schärfentiefe vor der Aufnahme

Früher konnte man an Festbrennweitenobjektiven sehen, in welchem Bereich, bei welcher Blende, die Schärfe in Abhängigkeit von der Blendenöffnung liegt.

 

 

Diese Möglichkeit bieten heute nur noch wenige Objektive.

 

Theoretisch lässt sich die Schärfetiefe vor der Aufnahme über die Abblendtaste und das Live view mit Lupenfunktion überprüfen.

1.,Bei der gedrückten Abblendtaste wird das Sucherbild aus technischen Gründen dunkler und Schärfenunterschiede lassen sich nur bei großem Abbildemaßstab (Makro) erkennen.

2., Beim Liveview und dem Hineinzoomen braucht man Zeit (unbewegtes Motiv) und Lichtverhältnisse, die etwas auf dem Display erkennen lassen (kein Sonnenlicht). Also ist es eher für das Studio geeignet.

 

Kontrolle der Schärfentiefe nach der Aufnahme

Nach der Aufnahme kann man die Schärfe im Display der Kamera mit der Lupenfunktion überprüfen, sofern es die Lichtverhältnisse zulassen, dass man etwas auf dem Display erkennen kann.

 

Berechnung der Schärfentiefe

Nach M.Hohner berechnte sich der Schärfebereich wie folgt:

 

Dabei ist:

c = Streuungskreis = 0,03 mm

d = Objektdistanz = b+g

f  = Brennweite in mm

F = Blendenzahl

 

Die Schärfentiefe berechnet sich wie folgt:

Tv = Schärfebereich vor     dem Objekt = c*F*d*d / (f*f + c*F*d)

Th = Schärfebereich hinter dem Objekt = c*F*d*d / (f*f + c*F*d)

 

M. Hohner hat dazu auch einen Schärfentiefenrechner entwickelt:

 

Berechnung der Hyperfokalen Distanz

 

Dh = Hyperfokale Distanz = f*f / (c*F)

 

Nachstehend finden Sie für zwei unterschiedliche Sensorgrößen, den Vollformatsensor und den kleinerern APS-Sensor die Berechnung der Hyperfokalen Distanz in Abhängigkeit von Brennweite und Blendenöffnung.

 

 

Quelle: Canonbibel

 

Zur Berechnung kann man auch  entsprechende Handyapps nutzen., z.B. TrueDoF

Fazit

Die Schärfentiefe wird fast immer bildgestalterisch eingesetzt. Da der Sensor durch die Kamerawahl vorgegeben ist bleibt noch zur Veränderung des Schärfebereiches der Objektivwechsel und als schnellste Maßnahme die Veränderung der Blendenöffnung und des Objektabstandes.

Die Schärfentiefe lässt sich schlecht durch Abblendtaste und Life-view kontrollieren.

Eine Berechnung ist möglich, aber aufwendig.

Eine App könnte helfen.

Die Hyperfokale Distanz, d.h. der Objektabstand, bei dem der Schärfebereich gerade bis Unendlich geht und somit maximal ist, lässt sich ebenfalls über ein App oder obige Tabelle bestimmen.

 

Ihr Thomas Kögl (Juni 2016)

 

P.S.:

Der Kamera liegen immer alle Werte vor: Objektdistanz, Blende, Brennweit, c. Es wäre ein Leichtes dem Benutzer auf dem Display anzuzeigen, von wo bis wo die Schärfentiefe reicht,- oder?

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